05.11.2021

Hopfenanbau: Das Gletschereis aus der Hallertau

Banner Interview zum Hopfenanbau

Steckbrief:

Hopfen

Gerhard Putz

Bereits seit mehreren Generationen baut die Familie Putz in der Hallertau Hopfen an. Die Hallertau ist aufgrund ihrer optimalen Bedingungen eine der bekanntesten Hopfenregionen der Welt.

Mitten im Herbst ging es für unsere PacMeisen zum Interview mit Gerhard Putz. Der Hopfenpflanzer aus der Hallertau nahm uns mit in die Welt des Hopfens. In diesem Interview erfahren Sie, was die Pflanze, die seit 1516 fest im Reinheitsgebot verankert ist, so besonders macht und wie Gletschereis und Hopfen zusammenpassen.

PacMart: Guten Tag, Herr Putz, vielen Dank dafür, dass Sie sich Zeit für ein Interview mit uns nehmen. Wie geht es Ihnen?

Gerhard Putz: Alles gut! Vielen Dank für die Nachfrage!

PacMart: Beginnen wir mit einer allgemeinen Frage: Was lieben Sie an ihrem Beruf am meisten?

Gerhard Putz: Ich liebe es, dass beim Hopfenanbau alle mithelfen. Das fängt bei meiner Frau und meinen beiden Kindern an und endet bei meiner Schwester und meinen Eltern, die zur Hochsaison auch kräftig mit anpacken. Diese Zusammenarbeit und unser familiärer Zusammenhalt machen für mich den Reiz am Hopfenanbau aus.

PacMart: Wie sieht Ihr Jahr als Hopfenpflanzer aus?

Gerhard Putz: Hopfenpflanzer ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf. Im Februar und März beginnen wir damit, den Draht aufzuhängen und schneiden die Stöcke zu. So können wir Pflanzenkrankheiten und Pilzbefall vorbeugen. Im Mai folgt dann das Hopfenkreiseln. Hier bereinigt ein Gerät die Triebe. Danach werden per Hand 3 Triebe an 2 Drähten pro Pflanze befestigt. Die nächste Zeit wird immer wieder geprüft, ob der Hopfen noch am Draht ist und falls nötig nachgeleitet.
Im Sommer wird dann eine Zwischenfrucht ausgesät. Diese soll Bodenerosion verhindern. Außerdem ist der Pflanzenschutz im Sommer ein wichtiges Thema.
Je nach Sorte beginnt Anfang September die Erntezeit. Hier ist Timing sehr wichtig: Wird der Hopfen zu früh geerntet, ist die Pflanze im Folgejahr schwächer. Wird zu spät geerntet, leidet die Qualität des Hopfens. Nach der Ernte mit der Hopfenpflückmaschine wird der Hopfen getrocknet, gepresst und in Rechteckballen verpackt.
Nach Ablauf der Erntezeit wird die gehäckselte Restpflanze wieder als organischer Dünger auf die Flächen ausgebracht und in den Boden eingearbeitet.
Den Abschluss des Jahres bildet der Mainburger Gallimarkt, wo wir dann die erfolgreiche Ernte feiern und uns auf der zugehörigen Hopfenfachausstellung über Innovationen und die neuesten Trends informieren.
Im Winter wird im Betrieb die Technik gewartet und in Schuss gebracht. Wie Sie sehen, gibt es also das ganze Jahr etwas zu tun.

PacMart: Was sind für Sie die größten Herausforderungen im Hopfen-Anbau und -Vertrieb?

Gerhard Putz: Zuallererst sind das Krankheiten und Schädlinge wie zum Beispiel die „Verticillium-Welke“. Diese können schnell große Mengen an Beständen vernichten. Deshalb muss man den Hopfen täglich im Auge behalten und auf kleinste Anzeichen oder auf Behandlungsaufrufe der Hopfenforschung reagieren. Dasselbe gilt für das Wetter. Nach einem Gewitter muss man die Gerüstanlagen kontrollieren, um schnell auf etwaige Sturmschäden zu reagieren. Ein gesunder Hopfenbestand kann durchaus 25 Jahre alt werden. Die Nutzungsdauer richtet sich aber auch nach Angebot und Nachfrage. Die Gerüstanlagen halten sogar 40 bis 50 Jahre.
Eine weitere Herausforderung stellen die Kosten für Erntetechnik dar. Diese sind sehr hoch und müssen daher optimal auf die zu erntende Fläche abgestimmt sein.
Außerdem hatte auch Corona Auswirkungen auf uns Hopfenpflanzer: Durch die Quarantäne- und Abstandsregeln wurde es deutlich schwieriger, Saisonarbeitskräfte zu bekommen. Glücklicherweise fielen die Umsatzeinbußen nicht so hoch wie befürchtet aus.

PacMart: Was macht den Hallertauer Hopfen so besonders?

Gerhard Putz: In der Hallertau herrschen optimale Bedingungen für den Hopfenanbau. Das Klima und die Bodenverhältnisse ermöglichen gute Erträge und beste Qualität.
Der Hallertauer Hopfen hat außerdem ein besonders gutes Aroma. Über einen Barcode können sowohl die Herkunft des Hopfens als auch die genutzten Pflanzenschutzmittel überall nachvollzogen werden.

PacMart: Welche Hopfensorten bauen Sie an?

Gerhard Putz: Hauptsächlich Klassiker wie Perle und Herkules. Es gibt mehr als 20 verschiedene Hopfensorten in der Hallertau, sogar welche, die nach Melone, Gletschereis oder Mandarine riechen!

PacMart: Hopfen, der nach Melone oder Gletschereis riecht, klingt zunächst ungewöhnlich. Wie ist das möglich und wofür wird er verwendet?

Gerhard Putz: Forschungszentren wie zum Beispiel die Hopfenforschung in Hüll experimentieren mit verschiedenen Züchtungen, teilweise auch sehr alten Sorten. So kommt der außergewöhnliche Geruch gentechnikfrei und ohne Zusatzstoffe zustande.
Solche Hopfensorten werden hauptsächlich zu Craft Beer verarbeitet.

PacMart: Welche Trends sehen Sie für die Zukunft?

Gerhard Putz: Derzeit können viele Arbeitsschritte nur per Hand durchgeführt werden. Die Automatisierung im Hopfenbau wird voranschreiten, aber wird sich sehr schwierig gestalten. Durch die verschiedenen Arbeitsschritte müssen die Maschinen sehr spezialisiert sein und können nur für bestimmte Arbeitsschritte verwendet werden können.

PacMart: Wie vermarkten Sie aktuell Ihren Hopfen?

Gerhard Putz: Derzeit verkaufe ich größtenteils an eine der großen Hopfenhandelsfirmen. Diese verarbeitet ihn dann zu Extrakt oder Pellets und verkauft ihn an die Brauereien. So ist es möglich, die Brauereien mit großen, homogenen Hopfenmengen zu versorgen.

PacMart: Was halten Sie vom PacMart-Marktplatz und was sind für Sie die größten Vorteile?

Gerhard Putz: Marktplätze wie PacMart sind besonders bei der Vermarktung kleiner Verkaufsmengen sehr hilfreich. Hier kann ich neue Kunden ganz einfach erreichen und so meinen Umsatz steigern.

PacMart: Vielen Dank für das interessante Interview!


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